Beziehung retten

4 Geldkrisen, die deine Beziehung stark beeinflussen und wie Deine Beziehung sie bestens übersteht

Gastartikel von Manuela Komorek

Wie eure Beziehung diese 4 Geldkrisen überlebt

Beziehung rettenBeim Thema Geld gibt es in einer modernen Beziehung immer wieder Stress. Zu mir als systemische Paartherapeutin kommen häufig Paare, die kurz vor der Trennung stehen, weil sie ständig aneinander geraten, wenn es um das liebe Thema Geld geht. Selbst wertschätzende Kommunikation oder Achtsamkeitsübungen führen zu den gleich schlechten Ergebnissen.

Ich habe hier die 4 typischen Geldkrisen aufgeschrieben und gleich die passenden Tipps dazu, damit Trennung nicht die einzige Option ist und Beziehung positiv gestaltet wird.

1. Beziehung und Finanzielle Abhängigkeit

Ein Partner ist komplett vom anderen abhängig und verfügt über kein eigenes Einkommen. Das ist der Klassiker sobald Kinder im Spiel sind. Jetzt kommt es für die Paarbeziehung darauf an, Gleichberechtigung herzustellen. Wie gelingt es, diese Abhängigkeit so zu leben, dass die Beziehung dadurch sogar gewinnt?

Zunächst einmal ist es wichtig zu sehen, dass in dieser Konstellation nur ein Partner Zugang zum Geld und der damit verbundenen Macht hat. Und wie immer beim Thema Macht kommt es darauf an, wie ich mit ihr umgehe. Ein Mensch mit Macht hat zwei Möglichkeiten, Missbrauch oder Verantwortung.
Missbrauch heißt, den anderen spüren lassen, dass er von mir abhängig ist, ihn im schlimmsten Falle sogar zu kontrollieren.
Verantwortung bedeutet, sich ihr zustellen und sich bewusst zu machen, dass nur ich dafür sorgen kann, dass wir beide in den Genuss des Geldes kommen.

Geld muss immer für beide Partner gleich schwer oder leicht erreichbar sein. Natürlich kommt es zu Streit und Unmut, wenn es nicht so ist.

 

Ein gemeinsames Konto einrichten dient der Beziehung
Diese gleichberechtigte Erreichbarkeit lässt sich ganz einfach durch ein gemeinsames Konto herstellen. Wenn alles Geld, das in die Beziehung fließt, auf einem einzigen Konto gesammelt wird, das beiden Partnern namentlich zugeordnet wird, ist die Ressource Geld für beide gleichermaßen verfügbar.

Aus diesem Konto werden dann alle laufenden Kosten gezahlt. Bleibt danach noch Geld übrig, wird es auf beide Partner aufgeteilt, so dass jeder auch etwas für die individuellen Bedürfnisse zur Verfügung hat. Diese Lösung funktioniert allerdings nur, wenn der nächste Krisenpunkt nicht vorliegt.

 

2. Jeder will was anderes mit dem Geld machen

Beziehung rettenStändig gibt es Streit darüber, was mit dem Geld passieren soll. Ein Partner möchte es für den Konsum, der andere möchte es lieber Sparen oder damit Spekulieren oder, er braucht es für eine Weiterbildung.

Hier geht es um den wahren Wert den das Geld hat. Geld ohne eine Handlung ist nutzlos, erst wenn wir es nehmen und etwas damit tun beginnt der eigentliche Wert des Geldes.

Der „Kaukasische Kreidekreis und Geld in der Beziehung“

Kennst Du die Geschichte „Der kaukasische Kreidekreis“ von Berthold Brecht?

Es geht darin unter anderem um zwei Frauen, die sich um ein Kind streiten. Der Richter, der den Streit schlichten soll, stellt das Kind zwischen beide Frauen und zeichnet einen Kreis um das Kind herum. Er bittet nun beide Frauen jeweils einen Arm des Kindes zu nehmen und zu versuchen dieses mit Gewalt auf die eigene Seite zu ziehen.

Wer gewinnt, darf das Kind dann angeblich mit nach Hause nehmen. Beide Frauen nehmen also je einen Arm des Kindes und beginnen zu ziehen. Doch schon nach kurzer Zeit lässt eine von ihnen los, weil sie das Kind nicht zerreissen möchte.

Am Ende spricht der Richter natürlich dieser Frau das Kind zu, weil sie nicht gezogen hat. Er kann sicher sein, dass sie das Wohl des Kindes im Blick haben wird und nicht das eigene.
Das gleiche Bild habe ich oft vor Augen, wenn ich solche Streitereien zwischen Paaren in einer Beziehung erlebe. Beide ziehen an dem Geld und wollen es jeweils aus dem Kreis heraus auf ihre Seite holen.

Dabei kann es nur innerhalb des Kreises wirklich Gewinn für die Beziehung bringen. Wenn also beide aufhören zu ziehen und stattdessen gemeinsame Entscheidungen treffen, wächst der Wohlstand in der Beziehung.
Es sei denn, der nächste und/oder übernächste Krisenpunkt tritt ein.

3. Finanzielle Verluste und Existenzangst

Ein Partner verliert z.B. seinen Job und wird arbeitslos oder das Paar hat aus einem anderen Grund plötzlich weniger Geld als vorher.

Hier wird nicht nur das Geld weniger, sondern häufig sinkt mit dem Einkommen auch der Selbstwert. Beide Partner stehen unter großem Druck und manchmal starren sie innerlich nur noch auf das Geld, das nun nicht mehr da ist.

Das bedeutet im Alltag der Beziehung, dass das Paar den Zugang zueinander verliert. Es hagelt Vorwürfe oder sie versinken in depressives Schweigen. Die Existenzangst breitet sich aus und führt zur inneren Panik.
Und auch hier geht es für das Paar in der Beziehung darum zusammen zu halten!

Jetzt ist das oberste Gebot, nur noch positiv übereinander zu sprechen. Es hilft schon, wenn erstmal einer damit anfängt. Das ist ansteckend und es verhindert garantiert die Verschlimmerung der Situation.

Unbedingt an den Badezimmerspiegel schreiben – am besten mit Lippenstift

Es sollte darüber hinaus auch verboten sein, schlecht über sich selbst zu sprechen. Das muss wie DAS Grundgesetz der Beziehung sein. Am besten schreibt ihr es auf einen Zettel und hängt ihn an den Badezimmerspiegel.
Auf dieser Basis ist es möglich, das Beste aus der Situation zu machen.

Und jetzt könnt ihr miteinander über gemeinsame Träume sprechen und darüber, was ihr in eurem Leben noch unbedingt machen wollt.

Das kann etwas ganz Banales sein, wie z.B. barfuss durch den Sommerregen laufen oder auch etwas besonders Wichtiges wie eine Reise in das Land, aus dem eure Herkunftsfamilie stammt.

Traumliste für die Beziehung und fürs Geld schreiben

Jeder schreibt seine Wünsche und Träume auf eine gemeinsame Liste und ihr könnt beginnen, die Träume zu verwirklichen, die kein oder wenig Geld kosten.
Das wirkt jetzt vielleicht so, als hätte diese Aufgabe nichts mit Geld zu tun, aber das stimmt ganz und gar nicht, denn auf diese Weise kommt ihr innerlich vom Mangel in die Fülle.

Daraus ergibt sich dann fast automatisch eine Möglichkeit, das Geld zurück in die partnerschaftliche Beziehung zu holen.
Mit dieser inneren Haltung fließt das Geld direkt wieder schneller und damit kommen wir auch schon zum nächsten und letzten Krisenpunkt.

 

4. Gegensätzliche innere Haltungen in der Beziehung – Mangel versus Fülle

Beziehung rettenHier geht es um ein ganz grundsätzliches Problem, das auftritt, wenn beide eine unterschiedliche Haltung zum Thema Geld haben.

Ein Partner geht z.B. innerlich davon aus, dass immer genug Geld da sein wird. Er oder sie ist dadurch natürlich auch besonders großzügig.

Der andere Partner geht vom Gegenteil, dem Mangel, aus und ist lieber sparsam.

Diese unterschiedlichen Haltungen führen zu den typischen Vorwürfen, die wir entweder von uns selbst oder mindestens von einem uns bekannten Paar kennen. Dann erleben wir den Partner als extrem geizig oder viel zu verschwenderisch und wir haben regelrecht Angst vor seinem Umgang mit Geld.
Dabei sind es nur die inneren Haltungen, die wir uns bewusst machen müssen, um wieder ganz entspannt miteinander umgehen zu können.

Würden z.B. beide Partner mit der inneren Haltung „Mangel“ leben, wären sie einfach besonders sparsam und sie hätten ihre Freude an jedem Schnäppchen und jedem Euro, den sie nicht ausgeben. Also kein Problem!
Auch wenn beide mit der inneren Haltung „Fülle“ leben ist das kein Problem, denn sie fühlen sich reich, selbst wenn einmal wenig Geld zur Verfügung steht.
Das Problem taucht nur auf, wenn beide Partner unterschiedliche Haltungen in der Beziehung haben. Diese stammen meist aus unserer Kindheit und wir können sie nur schwer ändern.
Es ist auch gar nicht nötig, die innere Haltung zu ändern. Es reicht, wenn wir unsere Meinung zur Haltung des Partners ändern.

Es gibt nämlich keine richtige oder falsche Haltung. Es ist sogar so, dass sich die unterschiedlichen Haltungen besonders gut ergänzen, sobald wir bereit sind, auch die Haltung des Partners als gleichberechtigt zuzulassen. Die Beziehung profitiert davon!
Gemeinsam erschaffen wir dann eine Partnerschaft, in der Großzügigkeit und Sparsamkeit den gleichen Wert haben und wir beginnen endlich damit, uns gegenseitig zu BEREICHERN.

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Manuela Komorekwww.systemischepaartherapie.com

 

About The Author

Geldcoach

Geldaufstellungen leiten Buchautor - "Verändere deine Glaubenssätze mit der Kraft deiner intelligenten Zellen" "Der Honorar-Verhandlungsreport - Ab sofort setzen Sie als Selbstständiger Ihre Preise und Honorare durch" "Wünsch Dir einfach Geld" - Geld Affirmationen wirklich richtig anwenden Geldcoach Supervisor Coachingprodukte entwickeln für Balance zwischen Wohlstand und Glück

8 Comments

  • Christina Kanese

    22. Januar 2016

    Hallo Manuela,

    vielen Dank für den wunderbaren Artikel mit den vielen pragmatischen Anregungen. Mir ist nur aufgefallen, dass ich erfahren habe, sich bei Thema Abhängigkeit klar zu machen, dass jeder unabhängig ist ob mit oder ohne Geld. Niemand sollte wegen Geld in einer negativen Partnerschaft bleiben.

    Herzliche Grüße aus Hamburg.
    Christina Kanese

  • Geldcoach

    22. Januar 2016

    Liebe Christina,

    danke für deinen Kommentar. Du hast Recht, es ist wichtig auf sich selbst zu achten und nicht zu bleiben, wenn mir eine Beziehung wirklich schadet.
    Meine Erfahrung ist aber auch, dass sich viele Paare zu früh und vom falschen trennen. Sie trennen sich lieber vom Partner, als von einem überholten Glaubenssatz aus der Kindheit.
    Allerdings nehmen sie den Glaubenssatz dann natürlich mit in die nächste Beziehung ;-)

  • Manuela Komorek

    6. Februar 2016

    Liebe Christina,
    freut mich, dass dir mein Artikel gefällt! Das Thema Abhängigkeit und gefühlte Abhängigkeit füllt mindest noch einen Blogartikel! Aber es stimmt auf jeden Fall, dass die Abhängigkeit vom Geld des Partners NICHT der einzige Grund sein sollte zusammen zu bleiben.

  • Peter

    18. Februar 2016

    Das Wort „Geldkrise“ finde ich interessant! :-)

  • Ildiko

    14. März 2016

    Liebe Manuela, den Artikel finde ich wirklich schön geschrieben. Geld ist wohl die häufigste Ursache für Probleme in einer Beziehung, besonders, wenn einer, der vorher viel verdiente, plötzlich nicht mehr so viel oder sogar gar nichts verdient. Daher finde ich es auch richtig, dass man sich auf jeden Fall mit seinen Glaubenssätzen auseinandersetzt, und diese hinterfragt, dazu kann eine Beziehung ja auch führen, dass man die eigenen Sichtweisen in Frage stellt und sieht, ob es vielleicht veraltet ist, dazu muss man aber natürlich schon weiter sein in Sachen Persönlichkeitsentwicklung.

    Ein gemeinsames Konto find ich auch eine gute Lösung, zusätzlich könnte man vielleicht noch für jeden Partner jeweils ein weiteres Konto führen, auf das regelmäßig ein Betrag XY eingezahlt wird. Und jeder kann dann mit seinem Anteil machen, was er möchte. So kann man an gemeinsamen Zielen arbeiten, aber auch eigene kleinere oder auch größere Träume erfüllen. Und der Partner hat dann in diese Entscheidung nichts zu sagen. Ich kenne ein befreundetes Paar, die das so machen. Und es hilft in ihrer Beziehung ungemein.

  • Manuela Komorek

    14. März 2016

    Liebe Ildiko,

    vielen Dank für den Kommentar. Oh ja, es ist ganz besonders schön, wenn eine Beziehung dazu führt, dass sich beide mit ihren Glaubenssätzen auseinander setzen, denn oft stehen uns diese im Weg.
    Und auch die beiden Einzelkonten habe ich schon vielen Paaren empfohlen, die vor allem sehr unterschiedliche Werte haben. Der Streit darum, was mit dem zur Verfügung stehenden Geld gekauft werden soll, entspannt sich dann etwas.

  • zeitmanagement

    30. Januar 2017

    Ein gut geschriebener Text. Das Geld ist wahrscheinlich der häufigste Grund für die Motivation, oder deren Fehlen. Ich würde auf dem Niveau sagen mit der Möglichkeit der Entwicklung der Antriebskraft für jede Person ist. Als Ergebnis kann dies Bindungsverhältnisse und Feld konfliku verursachen. Die Frage, ob Menschen in der Lage sein, offen und ehrlich über den Einfluss von Geld über Beziehungen reden

  • Uwe Hampel

    27. April 2017

    Der erste Schritt, um eine Beziehung retten zu können, ist die Bewusstmachung der eigenen Bedürfnisse. Denn nur, wenn Sie diese auch selbst kennen und es Ihnen gelingt, sie in Worte zu fassen, kann Ihr Partner darauf eingehen.

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